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Der QMB (Qualitätsmanagementbeauftragter): Aufgaben, Befugnisse und Rolle nach ISO 9001

Definition: QMB – was ist das? Der QMB (Qualitätsmanagementbeauftragter) ist für die Aufrechterhaltung und strategische Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems im Unternehmen verantwortlich. Er agiert als zentrale Schnittstelle („Systemarchitekt“) zwischen der Geschäftsführung und der operativen Ebene, um Normkonformität und Prozessqualität sicherzustellen.

Die Abkürzung QMB steht für den Qualitätsmanagementbeauftragten (oftmals auch als Qualitätsbeauftragter bezeichnet). In der Praxis ist diese Rolle das entscheidende Bindeglied. Sie übersetzt die strategischen Vorgaben der Geschäftsführung in messbare operative Prozessqualität.

Seit der Revision der ISO 9001:2015 herrscht in vielen Unternehmen Unsicherheit. Ist die formale Benennung eines Beauftragten überhaupt noch Pflicht? Was macht ein QMB heute genau? Soll er als „Normen-Polizei“ oder als interner Berater agieren? Und welches Gehalt ist für diese anspruchsvolle Position angemessen?

In unserer Beratungspraxis sehen wir fast täglich, dass die Rolle trotz weggefallener expliziter Normforderung unverzichtbar bleibt. Ohne einen dedizierten Verantwortlichen als „Kümmerer“ scheitern Unternehmen häufig an der praktischen Umsetzung. Managementbewertungen ohne Substanz und versandende Maßnahmenpläne sind oft die Folge. Dieser Artikel gibt Ihnen einen klaren Überblick über die Aufgaben, Befugnisse und die moderne Rolle des QMBs. So stellen Sie Ihr Qualitätsmanagement rechtssicher und effizient auf.

QMB – Definition & Bedeutung: Mehr als nur ein Titel

Wer sich im Unternehmenskontext fragt „QMB – was ist das?“, erhält oft die Antwort: Das ist die „Qualitätspolizei“. Diese Sichtweise ist jedoch veraltet. Die QMB-Bedeutung hat sich in modernen Organisationen grundlegend gewandelt. Der Qualitätsmanagementbeauftragte ist heute weniger Kontrolleur. Er ist vielmehr der zentrale Systemarchitekt und interne Berater. Er stellt sicher, dass Qualitätsstandards nicht nur auf dem Papier existieren. Er sorgt dafür, dass sie gelebt werden.

Vom „Beauftragten der obersten Leitung“ zum Organisationsentwickler

Historisch und normativ ist die Funktion eng mit dem Begriff „Beauftragter der obersten Leitung“ (Definition nach alter ISO 9001:2008) verknüpft. Diese Rolle wurde geschaffen, damit die Geschäftsführung ihre Rechenschaftspflicht nicht vernachlässigt. Auch wenn die aktuelle Norm ISO 9001:2015 diesen Titel nicht mehr explizit fordert, bleibt die Funktion essenziell. Jemand muss die Fäden zusammenhalten.

Der grundlegende Eintrag unter „Qualitätsbeauftragter“ (Wikipedia) beschreibt die Rolle neutral als eine Person, die sich um die Einführung und Aufrechterhaltung eines QM-Systems kümmert. In unserer Beratungspraxis der BOS Unternehmensberatung sehen wir jedoch mehr. Eine reine QMB-Definition nach Lehrbuch greift oft zu kurz. Ein erfolgreicher QMB muss vor allem ein „Übersetzer“ sein.

Die Schnittstellenfunktion: Empathie vor Bürokratie

Die wahre Herausforderung liegt in der Kommunikation. Der QMB muss die Anforderungen der Geschäftsführung, die Sprache der Fachabteilungen und die Realität der operativen Ebene in Einklang bringen.

  • Strategisch: Bericht an die Geschäftsführung über die Leistung des QM-Systems.
  • Operativ: Unterstützung der Fachbereiche bei der Prozessoptimierung.
  • Kulturell: Förderung des Qualitätsbewusstseins im gesamten Team.

Wie komplex dieses Aufgabenspektrum in der Praxis tatsächlich ist, zeigt auch der Fachbeitrag „Was macht eigentlich ein QMB?“ (DGQ). Er verdeutlicht, dass die Koordination und Überwachung des Managementsystems eine hohe Methoden- und Sozialkompetenz erfordert.

Wer in dieser Rolle nur auf Normkonformität pocht, wird schnell als Störfaktor wahrgenommen. Wer hingegen den konkreten Nutzen für jeden Beteiligten aufzeigt, wird zum geschätzten Sparringspartner. Die QMB-Definition sollte daher immer auch die Fähigkeit zur Moderation und Konfliktlösung beinhalten.

Ist der QMB nach ISO 9001:2015 noch Pflicht?

Dies ist eines der häufigsten Missverständnisse in der Qualitätsmanagement-Szene. Seit der Revision der Norm hält sich hartnäckig das Gerücht, der Qualitätsmanagementbeauftragte sei abgeschafft worden. Um es klar zu sagen: Die explizite formale Forderung, einen Beauftragten der obersten Leitung zu benennen, ist im Text der ISO 9001 tatsächlich entfallen.

Doch bedeutet das, dass Sie diese Stelle streichen können? Ein Blick in die Praxis zeigt das Gegenteil.

Die Verschiebung der Verantwortung

Die Revision der Norm hat die Verantwortung für das Qualitätsmanagementsystem (QMS) nicht aufgelöst. Sie hat diese direkt auf die Chefetage verlagert. Die Rechenschaftspflicht liegt nun unmissverständlich beim Top-Management. Die Geschäftsführung muss „Führung und Verpflichtung“ zeigen. Sie muss sicherstellen, dass das Qualitätsmanagementsystem die beabsichtigten Ergebnisse liefert.

Wer sich näher mit den Grundlagen der ISO 9001 (Wikipedia) beschäftigt, erkennt schnell die Zusammenhänge. Die Anforderungen an Planung, Überwachung und Verbesserung sind geblieben.

Warum die Rolle in der Praxis unverzichtbar bleibt

In unserer Beratungspraxis sehen wir regelmäßig die Folgen, wenn Unternehmen den Wegfall der QMB-Pflicht wörtlich nehmen und die Aufgaben „nebenbei“ erledigen lassen:

  • Managementbewertungen verlieren an Substanz, da niemand die Datenbasis vorbereitet.
  • Interne Audits werden verschoben oder nicht nachgehalten.
  • Korrekturmaßnahmen versanden, weil der operative „Kümmerer“ fehlt.

Eine Geschäftsführung kann zwar die Gesamtverantwortung nicht delegieren. Die operative Durchführung der Aufgaben kann sie aber sehr wohl übertragen. Das ist oft zwingend notwendig. Ohne dedizierte Ressourcen für Dokumentenpflege, Kennzahlenanalyse und Auditplanung scheitert das System an der Realität des Tagesgeschäfts.

Fachverbände bestätigen diese Sichtweise. So stellt die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) in ihrer Analyse über die Revision von ISO 9001 und die Beauftragtenfunktion (DGQ) klar, dass der Verzicht auf die Bezeichnung keinesfalls einen Verzicht auf die Funktion bedeutet. Die Aufgaben müssen weiterhin wahrgenommen werden. Nur so sichern Sie die Konformität des Unternehmens.

Unser Fazit: Ob Sie die Person nun QMB, Qualitätsmanager oder QM-Koordinator nennen, ist der Norm egal. Dass es diese Person gibt, ist für den Erfolg Ihres Unternehmens jedoch essenziell.

Aufgaben des QMB: Was macht ein Qualitätsmanagementbeauftragter?

In unserer Beratungspraxis erleben wir oft, dass die Rolle des QMB auf das „Pflegen von Dokumenten“ reduziert wird. Das ist ein fataler Irrtum. Ein moderner Qualitätsmanagementbeauftragter (QMB) ist weniger „Dokumenten-Polizei“ als vielmehr der Systemarchitekt Ihres Unternehmens. Er fungiert als empathischer Übersetzer zwischen der normativen Welt der ISO 9001 und dem operativen Alltag der Mitarbeitenden.

Die Aufgaben des QMB lassen sich grob in zwei Bereiche unterteilen: die strategische Weiterentwicklung des Systems und die operative Sicherstellung der Konformität.

Strategische Aufgaben:

  • Systementwicklung: Anpassung des QM-Systems an veränderte Unternehmenskontexte und Risiken.
  • Reporting an die Geschäftsführung: Erstellung der Managementbewertung (Review). Fehlt hier eine bündelnde Kraft, sehen wir oft Reviews ohne Substanz. Relevante Daten werden nicht aufbereitet.
  • Beratung der Leitung: Aufzeigen von Optimierungspotenzialen und Risiken (etwa durch SWOT-Analysen).

Operative Aufgaben:

  • Audit-Management: Planung und Durchführung interner Audits sowie die Überwachung von Korrekturmaßnahmen. Wenn hier die Nachverfolgung fehlt, akkumulieren sich Nebenabweichungen schnell zu kritischen Problemen.
  • Schulung & Awareness: Durchführung von Unterweisungen. Das Ziel ist es, das Qualitätsbewusstsein in der Belegschaft zu schärfen.
  • Kennzahlenüberwachung: Monitoring von KPIs und Einleitung von Maßnahmen bei Zielverfehlungen.
  • Begleitung externer Prüfungen: Der QMB ist der erste Ansprechpartner für Auditoren. Hierzu gehört insbesondere die Vorbereitung und Koordination der Termine mit den Zertifizierungsstellen für Managementsysteme – DAkkS. So gestalten Sie den Zertifizierungsprozess reibungslos.

Damit das, was ein Qualitätsbeauftragter macht, auch Wirkung zeigt, ist Methodenkompetenz unerlässlich. Wir empfehlen, dass jeder QMB Werkzeuge wie das Ishikawa-Diagramm (Ursache-Wirkungs-Analyse), die Pareto-Analyse (80/20-Regel) und die 5-Why-Methode sicher beherrscht. Nur so gehen Sie Problemen auf den Grund, statt nur Symptome zu bekämpfen.

Praxis-Tipp: Qualitätszirkel effektiv moderieren. Ein QMB muss nicht jedes Problem selbst lösen. Er muss die richtigen Köpfe zusammenbringen. Richten Sie regelmäßige Qualitätszirkel ein, anstatt Probleme nur per E-Mail zu diskutieren.

  • Rolle: Agieren Sie hier als Moderator. Treten Sie nicht als Vorgesetzter auf.
  • Ziel: Nutzen Sie das Schwarmwissen der operativen Ebene.
  • Ergebnis: Vereinbaren Sie dokumentierte Maßnahmenpläne mit klaren Verantwortlichkeiten und Fristen sofort im Termin.

Stellenbeschreibung QMB: Befugnisse und Einordnung im Organigramm

Eine saubere Stellenbeschreibung für den QMB ist das Fundament für effektives Arbeiten. Unklarheiten führen hier oft zu Frust auf beiden Seiten. Doch wo steht der QMB im Organigramm?

In der Regel wird die Position als Stabsstelle direkt unter der Geschäftsführung angesiedelt. Dies sichert den direkten Berichtsweg und die Unabhängigkeit vom operativen Tagesgeschäft. Eine disziplinarische Unterstellung unter die Produktionsleitung ist meist kontraproduktiv. Hier sind Zielkonflikte zwischen Qualität und Liefermenge vorprogrammiert.

Ein kritischer Punkt in jeder QMB-Aufgabenbeschreibung oder Funktionsbeschreibung sind die QMB-Befugnisse:

  1. Informationsrecht: Der QMB muss Zugang zu allen qualitätsrelevanten Daten und Vorgängen haben.
  2. Weisungsbefugnis im Ernstfall: In unserer Praxis empfehlen wir eine klare Regelung. Bei Sicherheitsrisiken oder Gesetzesverstößen muss der QMB das Recht haben, Prozesse sofort zu stoppen (Produktionsstopp). Hier gibt es keinen Verhandlungsspielraum.
  3. Risikoabwägung: Bei rein kosmetischen Mängeln oder leichten Normabweichungen ohne Sicherheitsrelevanz darf der QMB eine dokumentierte Risikoabwägung zur Entscheidung an die Geschäftsführung eskalieren.

Muster-Inhalte für die Stellenbeschreibung:

  • Ziel der Stelle: Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des QM-Systems nach ISO 9001.
  • Hauptaufgaben: Planung interner Audits, Lenkung dokumentierter Informationen, Prozessüberwachung, Reporting.
  • Befugnisse: Stoppen von Auslieferungen bei n.i.O.-Teilen, Freigabe von QM-Dokumenten.
  • Anforderungsprofil: Ausbildung (z. B. TÜV/DGQ), Normenkenntnis, Kommunikationsstärke.

Unterschied: QMB, QB und Qualitätsmanager

In Stellenanzeigen und auf Visitenkarten werden die Begrifflichkeiten oft bunt gemischt. Doch wer ein wirksames Managementsystem aufbauen will, muss die feinen Nuancen kennen. Der Unterschied zwischen QB und QMB oder dem Qualitätsmanager ist nicht rein semantisch. Er definiert den Wirkungskreis und die Verantwortungstiefe im Unternehmen.

Um Licht ins Dunkel des Begriffsdschungels zu bringen, haben wir die drei Rollen für Sie abgegrenzt:

1. Der Qualitätsbeauftragte (QB): Der operative Spezialist

Der QB agiert meist abteilungsbezogen und operativ. Er ist sozusagen der „verlängerte Arm“ des Qualitätsmanagements in einer spezifischen Fachabteilung, wie etwa der Produktion oder dem Einkauf. Seine Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die Qualitätsstandards in seinem Bereich eingehalten werden. Er führt keine System-Audits durch. Er überwacht konkrete Prüfschritte oder Prozesse vor Ort.

2. Der Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB): Der Systemarchitekt

Hier geht es um das „große Ganze“. Zur präzisen QM-Beauftragter-Definition: Diese Person ist für das gesamte Managementsystem verantwortlich. Der QMB sorgt dafür, dass die Prozesse der ISO 9001 im gesamten Unternehmen implementiert, aufrechterhalten und weiterentwickelt werden. Er berichtet direkt an die Geschäftsführung und bereitet externe Audits vor. Er arbeitet systembezogen und nicht nur produktbezogen.

3. Der Qualitätsmanager (QM): Der Stratege

Der Begriff „Qualitätsmanager“ wird häufig synonym zum QMB verwendet. Er bezeichnet aber oft eine Karrierestufe oder eine Vollzeitstelle, die über die reine Normenpflege hinausgeht. Während der QMB eine Rolle oder Funktion ist (die man auch in Teilzeit innehaben kann), ist der Qualitätsmanager oft die Berufsbezeichnung für die Person, die strategische Qualitätsziele entwickelt. Er fördert die Qualitätskultur und fungiert oft als Abteilungsleiter für die Qualitätssicherung.

Der direkte Vergleich

Damit Sie die Rollen Qualitätsmanager, Beauftragter und operativer QB schneller zuordnen können, haben wir die Unterschiede in dieser Übersicht zusammengefasst:

MerkmalQualitätsbeauftragter (QB)QMB (Qualitätsmanagementbeauftragter)Qualitätsmanager (QM)
FokusOperativ, abteilungsnahSystemisch, normenorientiertStrategisch, unternehmensweit
WirkungskreisEinzelne Abteilung (z. B. Fertigung)Gesamtes Unternehmen & ManagementsystemGesamtes Unternehmen & Organisationsentwicklung
VerantwortungEinhaltung von PrüfvorgabenAufrechterhaltung des QM-Systems (ISO 9001)Weiterentwicklung, Kultur, Budgetverantwortung
HierarchieMitarbeiter oder FachkraftStabsstelle oder BeauftragtenrolleOft Abteilungsleiter-Ebene

Unsere Einschätzung aus der Praxis: In kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) verschwimmen diese Grenzen häufig. Hier sehen wir oft eine Personalunion. Eine Person trägt den Titel „Qualitätsmanager“. Gleichzeitig füllt sie die Rolle des QMB nach ISO 9001 aus und kümmert sich operativ um Reklamationen wie ein QB. Wichtig ist weniger der Titel auf der Visitenkarte. Entscheidend ist, dass alle drei Ebenen – operativ, systemisch und strategisch – in Ihren Verantwortlichkeiten abgedeckt sind.

Ausbildung und Voraussetzungen

Ein weitverbreitetes Missverständnis klären wir am besten vorab: Der „Qualitätsmanagementbeauftragte“ ist kein klassischer Ausbildungsberuf, den man in einer dreijährigen Lehre erlernt. Vielmehr handelt es sich um eine Zusatzqualifikation. Sie baut auf einer bestehenden fachlichen oder kaufmännischen Ausbildung beziehungsweise einem Studium auf. Wer diese Rolle übernehmen möchte, findet den Weg meist über spezialisierte Lehrgangsanbieter und Zertifizierungsstellen.

Der Weg zur Qualifikation

Die Aufgaben sind komplex. Daher hat sich in der Praxis ein mehrstufiges Schulungssystem etabliert. Seriöse Anbieter strukturieren diesen Weg meist modular. Er beginnt bei den Grundlagen (QB) und reicht bis hin zum vollwertigen Qualitätsmanager. Ein anschauliches Beispiel für diesen schrittweisen Aufbau ist die Ausbildung zum QMB – TÜV SÜD Akademie. Dies stellt sicher, dass das notwendige Wissen fundiert vermittelt wird.

Die Lernformate haben sich dabei den modernen Arbeitsbedingungen angepasst. Es ist nicht mehr zwingend notwendig, wochenlang im Seminarraum zu sitzen. Viele Lehrgänge werden hybrid oder vollständig digital angeboten. Detaillierte Informationen zu verschiedenen Lernformaten wie Präsenz oder E-Learning finden Sie beispielsweise in der Übersicht für Qualitätsbeauftragter (QMB) Ausbildung und Weiterbildung – TÜV Akademie. Hier erfahren Sie auch mehr zu möglichen staatlichen Förderungen.

Das Anforderungsprofil: Hard Skills vs. Soft Skills

Ein Zertifikat an der Wand macht noch keinen wirksamen QMB. In unserer Beratungspraxis sehen wir häufig, dass Projekte nicht am fehlenden Fachwissen scheitern. Sie scheitern an der Art der Kommunikation im Unternehmen.

Hier ist eine Übersicht der essenziellen Kompetenzen:

1. Hard Skills (Fachkompetenz): Hier geht es um das „Handwerkszeug“. Ohne diese Basis ist eine Tätigkeit als QMB nicht möglich:

  • Normenkenntnis: Ein tiefes Verständnis der DIN EN ISO 9001:2015 und relevanter Branchenstandards.
  • Methodenkompetenz: Beherrschung von Qualitätswerkzeugen wie dem Ishikawa-Diagramm, Pareto-Analysen oder der 5-Why-Methode zur Fehlursachenanalyse.
  • Audit-Techniken: Die Fähigkeit, interne Audits regelwerkskonform zu planen, durchzuführen und zu dokumentieren.

2. Soft Skills (Sozialkompetenz) – dies ist der entscheidende Hebel für den Erfolg. Ein QMB sollte nicht als „Normen-Polizei“ wahrgenommen werden. Er sollte als interner Dienstleister und Systemarchitekt agieren.

  • Übersetzerfähigkeit: Sie müssen in der Lage sein, Normforderungen so zu formulieren, dass sie verständlich sind. Die Geschäftsführung muss den strategischen Nutzen erkennen und die operative Ebene benötigt konkrete Arbeitsanweisungen.
  • Kommunikationsstärke & Empathie: Um Akzeptanz statt Abwehr zu erzeugen, müssen Sie den Nutzen von Maßnahmen erklären können. Zeigen Sie auf, was der Einzelne davon hat, anstatt nur auf Vorschriften zu pochen.
  • Durchsetzungsvermögen: Diplomatie ist wichtig, aber in kritischen Situationen müssen Sie standhaft bleiben. Bei Gesetzesverstößen oder Sicherheitsrisiken müssen Sie Probleme klar benennen.

Unsere Empfehlung: Achten Sie bei der Auswahl einer Weiterbildung nicht nur auf den Preis. Prüfen Sie, ob der Anbieter akkreditiert ist, beispielsweise durch DAkkS-anerkannte Zertifikate. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihre Qualifikation auch bei externen Audits und Kunden uneingeschränkt anerkannt wird.

Gehalt: Was verdient ein QMB?

Die Frage nach der Vergütung ist komplex. Die Gehaltsspanne für Qualitätsmanagementbeauftragte ist sehr breit gefächert. In der Realität bewegt sich das Bruttomonatsgehalt meist zwischen 3.000 € für Einsteiger und 6.500 € für erfahrene Experten in großen Industrieunternehmen.

Für eine valide Orientierung lohnt sich der Blick auf offizielle Statistiken. Der Entgeltatlas: Qualitätsmanager/in – Bundesagentur für Arbeit gibt hier einen fundierten Median an. Dieser dient oft als Benchmark für Gehaltsverhandlungen. Ergänzend dazu liefert auch die Gehaltsauswertung für Qualitätsmanager/innen (WSI Lohnspiegel) wichtige Vergleichswerte. Die Daten zeigen, dass Faktoren wie Unternehmensgröße und Standort eine erhebliche Rolle spielen.

Wichtige Einflussfaktoren auf das Gehalt sind:

  • Branche: In der Automobil- oder Pharmaindustrie wird traditionell höher vergütet als im Dienstleistungssektor.
  • Verantwortungsumfang: Handelt es sich um eine Vollzeitstelle oder eine Zusatzfunktion?
  • Erfahrung: Das Gehalt korreliert stark mit spezifischen Weiterbildungen und Berufsjahren. Dies macht der DGQ veröffentlichte Berufs- und Gehaltsreport deutlich.

In unserer Beratungspraxis erleben wir häufig, dass die Rolle des QMB intern an bestehende Führungskräfte oder Facharbeiter als Zusatzaufgabe vergeben wird. In diesen Fällen ist eine Anpassung des Gehalts um bis zu 30 % üblich und angemessen. Damit wird der gestiegenen Verantwortung Rechnung getragen.

Besonderheiten: Der QMB im Gesundheitswesen

Eine Sonderrolle nimmt der medizinische Sektor ein. Die Aufgaben eines QM-Beauftragten im Gesundheitswesen unterscheiden sich signifikant von denen in der Industrie. Hier stehen die Patientensicherheit und gesetzliche Regularien wie das SGB V im direkten Fokus.

Es geht hierbei nicht nur um ISO-Normen, sondern um die strikte Einhaltung bindender Vorgaben. So ist etwa die Qualitätsmanagement-Richtlinie – G-BA des Gemeinsamen Bundesausschusses für alle vertragsärztlichen Einrichtungen und Krankenhäuser verpflichtend. Aufgrund dieser hohen Haftungsrelevanz und der strengen Regulierung sind spezialisierte QMBs im Gesundheitswesen gefragte Fachkräfte. Dies spiegelt sich oft positiv im Gehaltsgefüge wider.

Fazit & Empfehlung der BOS Unternehmensberatung

Unabhängig von den formalen Anforderungen der ISO 9001:2015 bleibt eine Erkenntnis bestehen: Ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem benötigt einen Kümmerer. Der Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB) ist in der Praxis weit mehr als ein bloßer Erfüller von Norm-Kapiteln. Er agiert als Treiber für Effizienz, als interner Berater und als Bindeglied zwischen der Geschäftsführung und der operativen Ebene. Unternehmen, die diese Position streichen, riskieren viel. Audits scheitern und Prozesse versanden, weil sich im Tagesgeschäft „niemand zuständig fühlt“.

Unsere Einschätzung: Wann lohnt sich ein externer QMB?

In unserer Beratungspraxis erleben wir oft, dass gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) die Ressourcen für eine Vollzeitstelle fehlen. Wird die Rolle einem Mitarbeiter „nebenbei“ übertragen, leidet oft die Qualität der Arbeit unter dem operativen Druck.

Hier sehen wir den Einsatz eines externen QMB (Interim-Management) oft als die bessere Lösung für KMU an. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Neutraler Blick von außen: Ein externer Experte ist nicht „betriebsblind“. Er kann unpopuläre, aber notwendige Themen neutraler ansprechen.
  • Sofortige Methodenkompetenz: Es entfallen lange Einarbeitungszeiten, da das Normenwissen zu ISO 9001, internen Audits und Managementbewertung bereits vorhanden ist.
  • Kosteneffizienz: Sie zahlen nur für die tatsächlich benötigte Zeit. Sie binden keine Fixkosten für eine interne Stelle.

Allerdings raten wir zur Ehrlichkeit. Wenn der Betreuungsaufwand dauerhaft mehr als zwei bis drei Tage pro Woche beträgt oder eine extrem spezialisierte Branchenkenntnis nötig ist (Closed Shop), ist der Aufbau interner Kompetenzen langfristig sinnvoller. Eventuell kann dies durch externes Sparring unterstützt werden.

Wir unterstützen Sie bei der Entscheidungsfindung

Benötigen Sie Unterstützung beim Aufbau eines schlanken QM-Systems? Suchen Sie eine erfahrene Persönlichkeit, die die Aufgaben des QMB in Ihrem Unternehmen übernimmt?

Wir helfen Ihnen, die passende Strategie zu finden. Das kann die Stellung eines externen Qualitätsmanagementbeauftragten aus unserem Team sein oder das Coaching Ihres internen Personals.

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welches Modell Ihre Qualitätsziele am effizientesten sichert.

FAQ: Häufige Fragen zum QMB

In unserer Beratungspraxis begegnen uns regelmäßig Fragen zur konkreten Abgrenzung und zu den Anforderungen an die Rolle des Qualitätsmanagementbeauftragten. Wir haben die wichtigsten Antworten für Sie kurz und prägnant zusammengefasst.

Was ist der Unterschied zwischen QB und QMB?

Die Begriffe werden im Sprachgebrauch oft vermischt, bedeuten fachlich jedoch Unterschiedliches: Der Qualitätsbeauftragte (QB) kümmert sich in der Regel um die operative Qualitätssicherung innerhalb spezifischer Abteilungen oder Teams. Der Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB) hingegen trägt die Verantwortung für das gesamte Managementsystem. Er agiert strategisch, berichtet an die Geschäftsführung und sorgt für die Weiterentwicklung der Prozesslandschaft im gesamten Unternehmen.

Ist ein QMB gesetzlich vorgeschrieben?

Hier muss differenziert werden. In der zentralen Norm ISO 9001:2015 wird die explizite Rolle „Beauftragter der obersten Leitung“ nicht mehr namentlich gefordert. Die Norm verlangt jedoch, dass die entsprechenden Aufgaben und Verantwortlichkeiten nachweislich wahrgenommen werden. Deshalb bleibt die Position in der Praxis meist bestehen. Anders sieht es in regulierten Branchen aus. Im Gesundheitswesen oder bei Medizinprodukten gibt es teils gesetzliche Pflichten zur Benennung eines dedizierten Beauftragten.

Welche Ausbildung braucht man als QMB?

Es gibt keinen staatlich geregelten Ausbildungsberuf mit dem Titel „QMB“. Die Qualifikation erfolgt üblicherweise über eine fundierte Weiterbildung (Zertifikatslehrgang) bei akkreditierten Anbietern wie dem TÜV oder der DGQ. Diese baut meist auf einer bestehenden beruflichen Qualifikation, einem Studium oder langjähriger Berufspraxis auf. Entscheidend ist neben dem Normenwissen auch die Methodenkompetenz. Mehr erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur QMB-Ausbildung.

Was verdient ein Qualitätsmanagementbeauftragter?

Das Gehalt variiert stark und ist abhängig von Branche, Unternehmensgröße und der individuellen Berufserfahrung. Laut Daten des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Median für Qualitätsmanager bei ca. 5.000 bis 6.000 € brutto im Monat. Einsteiger beginnen häufig bei etwa 3.500 €. Wird die Rolle als Zusatzfunktion ausgeführt, sind entsprechende Gehaltszuschläge üblich.

Autor*in
Geschäftsführer @ 

„Seit 1996 berate ich verschiedenste Kunden – von KMU bis zu Großkonzernen. Meine Beratungsschwerpunkte liegen im Bereich der Informationssicherheit und der Managementsysteme. Neben den Projekteinsätzen in unterschiedlichen Branchen bin ich als Dozent für verschiedene Bildungsträger tätig. Meine Devise ist einfache, praktikable und wirtschaftliche Lösungen für unsere Kund*innen zu finden.“


Eckhard Köllner

„Seit 1996 berate ich verschiedenste Kunden – von KMU bis zu Großkonzernen. Meine Beratungsschwerpunkte liegen im Bereich der Informationssicherheit und der Managementsysteme. Neben den Projekteinsätzen in unterschiedlichen Branchen bin ich als Dozent für verschiedene Bildungsträger tätig. Meine Devise ist einfache, praktikable und wirtschaftliche Lösungen für unsere Kund*innen zu finden.“

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